Künstlerin: June Yeom
Four Voices of the Camellia entstand als ortsspezifische Performance für die Museumsnacht Dresden 2026 im Schloss Pillnitz, im Rahmen des Programms „Kulturelle An(gst)eignung?“, einer Kooperation zwischen der HfBK Dresden und der HGB Leipzig.
Im Zentrum der Arbeit steht die historische Kamelie von Pillnitz, die seit über 250 Jahren im Schlossgarten wächst. Aus der Perspektive einer koreanischen Künstlerin und als in Deutschland lebende Ausländerin begann die Künstlerin, den Baum mit Fragen von Migration, Zugehörigkeit, Verortung und dem Wahrgenommenwerden als fremd zu verbinden.
Eine weitere Ebene entstand durch die imaginierte Abwesenheit des Dongbak-Vogels, eines Vogels, der in Korea in einer symbiotischen Beziehung mit der Kamelie verbunden ist. Seine Abwesenheit eröffnet die Frage, was und wessen Präsenz fehlt, wenn der Baum in Pillnitz betrachtet wird.
In der ursprünglichen Performance wurden die Besucher*innen durch den Schlossgarten zum historischen Kamelienhaus geführt. Über Kopfhörer begegneten ihnen verschiedene Stimmen: die des Baumes, des imaginierten Vogels, des Glashauses, des Ortes selbst oder Stimmen, die sich keiner eindeutigen Quelle zuordnen ließen. Der Ort wurde über Klang erfahren und führte schließlich zur Figur des abwesenden Vogels.
Für das Neustadt Art Festival wird Four Voices of the Camellia als Installation neu gefasst. Da die ortsspezifische Performance außerhalb von Pillnitz nicht reproduziert werden kann, wird ihre Dokumentation Teil einer neuen Begegnung. Durch Filmdokumentation und eine partizipative Installation werden die Besucher*innen eingeladen, in die Beziehung zwischen Kamelie, abwesendem Vogel, ursprünglichem Ort und der Position der Künstlerin als in Deutschland lebende Ausländerin einzutreten.



